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Ernährungsmedizin


Der Körper lebt 24 Stunden von dem, was wir ihm zuführen, und dann soll Ernährung für die Gesundheit oder Krankheit keine Rolle spielen?", fragte Dr. H. Nieper anlässlich eines medizinischen Vortrages. Eigentlich ist die Ernährung Basis unserer Kultur (cultura = Ackerbau) und verbindet Individuum, Gesellschaft und Umwelt (und ist nicht nur für unser Wohlbefinden von elementarer Bedeutung). Der Keim aller Kultur liegt also offenbar in der Beziehung zur Erde, im besonderen zum Acker. So erstaunt es nicht, dass mit dem Abtreten dieser „Kultur" an die moderne Technologie immer mehr die wirtschaftlichen egoistischen Kräfte in den Vordergrund getreten sind auf Kosten des „Dienstes an der Erde" und damit auch an den Menschen.

Notgedrungen etablierten sich in Gegenbewegungen unzählige Ernährungslehren, die versuchen, diese schädigende Wirkung an der Menschheit möglichst einzudämmen. Das Verständnis für die immense Bedeutung der Nahrung ist in der Bevölkerung zum grossen Teil durch das blinde Vertrauen in die moderne Wissenschaft und durch die Anziehungskraft der zunehmend künstlich verschönerten Produkte stark getrübt.

Hier kann kaum noch von „Lebens"mitteln die Rede sein. Das Gros von dem, was wir zu uns nehmen, wurde zu schlichten "Kalorienmitteln" (z.T. sogar sog. "Kalorienbomben") degradiert. Es ist damit fast logisch, dass immer mehr „Zivilisationskrankheiten" auftreten und die Kosten im Gesundheitswesen exponentiell steigen.

An Stelle von Therapiekonzepten, die die Ursache beheben, werden nur immer weitere chemische Mittel gesucht, um lediglich die Symptome zu bekämpfen und damit den Patienten in die Abhängigkeit der Pharmaindustrie zu manövrieren. Inzwischen ist allgemein bekannt, dass folgende Krankheiten zu den ernährungsbedingten gehören oder durch hochwertige, reine Nahrung beeinflusst werden können:

  • Karies
  • Blutarmut
  • Bluthochdruck und andere Kreislaufstörungen
  • Arterienverkalkung (Arteriosklerose)
  • Herzinfarkt und sonstige Herzkrankheiten
  • Schlaganfall und Hirngefässerkrankungen
  • Kropf (Struma)
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Andere Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
  • Erkrankungen von Leber und Gallenwegen, Gallensteinleiden
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Über- und Untergewicht
  • Viele andere Stoffwechselkrankheiten
  • Magen-Darmerkrankungen
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates, Rheuma
  • Gewisse Krankheiten der Harnwege, Harnsteine
  • Allergien, Neurodermitis
  • Migräne, Kopfschmerzen
  • Infektionskrankheiten
  • Psychologische Störungen wie Bulimie, Anorexie

Dass die gute Nahrung in unserem Leben dennoch ein Schattendasein führt, liegt unter anderem daran, dass wir die Nahrungsmittel nur nach den elementarsten Kriterien kennen als ein „Ding", bestehend aus Fetten, Kohlenhydraten, Eiweissen, Vitaminen und Mineralien zusammen mit einer beliebigen Anzahl unbeliebter Kalorien, die wir wie z.B. ein Paar Jeans im Geschäft einkaufen. Dabei ist die Nahrungsaufnahme intimer als geschlechtliche Aktivität (bei der wir durchaus gewisse Ansprüche stellen...): Nahrungsaufnahme heisst nämlich nicht nur Vereinigung, sondern Angleichung (Assimilation) - Umwandlung in körpereigene Stoffe! Daraus sind wir. Somit verkörpert Nahrung, vor allem in Form der naturbelassenen Lebensmittel, viel viel mehr als wir anzunehmen geneigt sind. Wir sollten nie vergessen, dass die Nahrungsmittel gelebt haben (unter Umständen beim Verzehr noch am Leben sind) und unserem Leben dienen (darum „Lebens"mittel). Alles Lebendige bedient sich der Materie nur als Behelf zwecks Ausdruck seiner Identität und Funktion. So lässt sich der Geschmack eines Nahrungsmittels niemals in Worte fassen. „Wenn Du den Geschmack einer Birne kennen willst, muss Du die Birne selbst essen", so ein chinesisches Sprichwort.

Lebensmittel besitzen eine Fülle von Merkmalen, die einem nicht ohne weiteres bewusst werden. Sie verkörpern neben Geschmack eine charakteristische Farbe, Form, Konsistenz und Geruch. Der erste Kontakt findet meist auf der optischen Ebene statt, was sich die Nahrungsmittelindustrie wohlwissentlich zu Nutzen macht. Sobald wir ein Lebensmittel sehen und an ihm riechen oder gar hineinbeissen, entstehen in uns bestimmte Emotionen, die sehr individuell ausfallen können (Die Liebe geht auch nicht immer durch den Magen), und ganz allmählich entfaltet das Nahrungsmittel seine belebende Wirkung auf den Organismus. Es kann nämlich freudig aufgenommen oder aber abgelehnt oder gar wieder heraus-"katapultiert" werden.

Besondere Effekte werden hierbei wahrgenommen, die mit der reinen chemischen Nahrungsanalyse nur in seltenen Fällen erklärt werden können. Auf einmal spürt man eine Wärme und kriegt rote Ohren, vor allem nach scharfen Speisen. Dabei kann sich ein Hautausschlag verschlechtern. Die Sinne beginnen sich zu trüben wie nach Alkohol oder werden klar wie nach einem Kaffee. Vor allem nach Süssigkeiten drückt auf einmal der Magen, alles liegt wie ein Klumpen auf, es entwickelt sich Schleim in der Lunge oder Ausfluss bei der Frau. Blähungen entstehen. Am nächsten Tag plagt eine Migräne. Bitteres und Salziges lässt Mundtrockenheit entstehen und dämpft gleichzeitig einen Asthmaanfall. Eine akute allergische Reaktion kann sich entwickeln. Vielfach entscheidet alleine der Geruch über die Wirkung im Körper, ohne dass das Lebensmittel überhaupt aufgenommen werden muss.

Wegen der fast unendlichen Komplexität werden heute Lebensmittel zwecks Wahrung der Verständlichkeit nach den unterschiedlichsten Kriterien und Gewohnheiten bzw. „Kulturen" eingestuft und eingesetzt:

  • Kostformen: Rotations-, Trennkost, Vegetarisch, Veganisch, Mischkost usw.
  • Diätformen: Fasten, Mayr, Buchinger, Kartoffel-Diät, Hollywood Diät, Atkins, Formula-Diäten
  • Religion: Fastenmonate
  • Versinnbildlichend (vgl. Abendmahl)
  • Unterschiedliches Essen in der Gemeinschaft oder Single
  • Heilend: Magenschonkost, Leberschonkost
  • Gewichtsregulierend
  • Nahrung bei Obstipation
  • Einteilung nach Kalorien
  • Bedarf nach Alter
  • Bedarf bei Schwangerschaft und Stillzeit, Schwerarbeiter, Sportler
  • Allergieerzeuger

Es soll nicht Gegenstand dieser Ausführungen sein, die Ernährung in Detail aufzuzeichnen. Vielmehr sollen sie das Bewusstsein und die Erkenntnis der Vielfältigkeit, Bedeutung und Individualität des persönlichen Bedarfes an Nahrung schärfen und ihr zum gebührenden Platz verhelfen sowohl in Gesundheit als auch bei Erkrankungen.

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Der Körper lebt 24 Stunden von
dem, was wir ihm zuführen.

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. . . sind sehr häufig und dürfen nicht mit Nahrungsmittelallergien verwechselt werden.

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